Schüler-Knigge

Der Deutsche Knigge-Rat gibt in einer Broschüre als Diskussionsbasis 10 Empfehlungen, wie sich SchülerInnen in der Schule verhalten sollten.

1. „Kleines Schul-Outfit“

Die Kleidung kann zum krankmachenden Schüler-Stress ausarten. Wer nicht mit bestimmten Marken mithält, wird oft gnadenlos gemobbt. Dies trifft vor allem Kinder aus ärmeren Familien.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt Schulleitern: Gemeinsames Schüler-Outfit an den Schulen einführen. Und zwar das „Kleine Schul-Outfit“: Einheitlich sollte nur das Poloshirt/Pullover, Poloshirt oder T-Shirt sein. Diese kleine Gemeinsamkeit hätte bereits eine große positive Wirkung. Das Marken-Mobbing wird vermindert und das „Wir-Gefühl“ wird gestärkt.

2. Grüßen:  Auch den Lehrer grüßen

Die Begrüßung der Schüler in der Klasse durch den Lehrer geht oft im Chaos des Unterrichtsbeginns unter. Das geht manchmal an der Verletzung der Würde des Lehrers nur knapp vorbei. Schade, denn es entspricht nicht den gewohnten Umgangsformen in Ausbildung und Beruf. Überall begrüßt man den anderen mit Respekt und Achtung. Egal wie man zu ihm steht.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt den Schülern: Grüßt mal wieder Eure Lehrer! Und zwar nicht dahingemurmelt und mit dem Rücken zu ihnen, sondern deutlich vernehmbar mit Namen und mit Blickkontakt. Es ist eine super Übung fürs richtige Leben.

3. Ohne Handy ist Frieden

Von den knapp 6 Mio Kindern in Deutschland besitzen 2,2 Mio ein Handy und fast 2 Mio einen MP 3 – Player (Focus Money). Tendenz steigend. Neben den unbestrittenen Vorteilen des Mobiltelefons bringt der Handy-Wahn aber auch Probleme mit sich. In der Schule ist das Handy Nervensäge Nummer eins. Es bimmelt und fiept in den bizarrsten Klingeltönen in Klassenzimmern, Fluren und Pausenhöfen und raubt Schülern und Lehrern die letzte Konzentration. Dazu noch der Missbrauch durch Fotohandys. Nur wenige wissen, dass andere niemals ungefragt und heimlich fotografiert werden dürfen. Das ist strafbar. Schlimme Folge kann der Schulverweis des Schülers sein.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt allen Schülern: Handys in der Schule sind OUT!

4. Gesprächsregeln in der Klasse: Zuhören und ausreden lassen

Egoisten und Leute mit schlechter Kinderstube brüllen andere nieder. Höflich und rücksichtsvoll ist, wer sich mit Handzeichen meldet, um vom Lehrer das Wort erteilt zu bekommen. So vermeidet man es, die Rede und den Gedankengang des anderen zu stören oder abrupt abzuschneiden.

Der Deutsche Knigge-Rat meint dazu: Jeder hat das gleiche Recht, dass andere ihm zuhören und ihn ausreden lassen. Beisst Euch lieber einmal auf die Lippe. Achtet auch bei hitzigen Diskussionen auf eine angemessene Lautstärke.

5. Konfliktverhalten: Fair bleiben

Schüler mit einer anderen Meinung sind keine Schufte und Kriminelle, die man zum Schweigen bringt oder gar mit Gewalt konfrontiert. Schon gar nicht Schüler aus anderen Kulturen. Unwissenheit und Unsicherheit führen viele Schüler auf schlimme Irrwege im Umgang mit Andersdenkenden. Das Gegenteil von Kameradschaft und Fairness ist das traurige Ergebnis.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt: Versuche bei Andersdenkenden herauszufinden, warum sie so denken. Du wirst sehen: Das bringt neue Informationen und Verständnis, die das eigene Handeln total verändern können. Plötzlich klickt es bei Dir und Du beurteilst Dein Gegenüber ganz anders. Wenn es öfter als normal Streit und Gewalt gibt, setzt Euch in Eurer Klasse zum Beginn des Schuljahres für die Wahl eines geeigneten Streitschlichters ein (Mediator).

6. Verantwortungsbereitschaft: Mitmachen statt Wegmachen !

Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen heißt: Wir bewirken Gutes für die Gemeinschaft und damit auch für uns selbst, denn wir  s i n d  die Gemeinschaft. Millionen Bundesbürger engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden und sozialen Einrichtungen. Auch unsere Schulen sind darauf angewiesen.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt: Engagiere Dich auch mal freiwillig für die Klasse oder auf Schulebene (z.B. als Klassenbuchführer, als Klassen- oder Schulsprecher, in Schülercafés, bei Klassen- und Schulevents, als Übungsleiter, Streitschlichter oder bei der Schülerzeitung). Alles, was das eigene Klassenteam oder die Schule nach vorn bringt. Gelegenheiten gibt’s genug. Wer mal Vorbild ist, der macht auch gleich anderen Mut.

7. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit

Ebenso gefragt sind Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Das vertrottelte Verschlafen von Unterrichtsbeginn oder Pausenende nervt nicht nur Lehrer, sondern trampelt auch Mitschülern auf den Geist. Das ist rücksichtslos.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt: Öfter mal den Wecker stellen!

8. Verhalten auf dem Pausenhof: Schlaffis bewegt Euch!

Das lange Sitzen im Unterricht ermüdet und macht zappelig. Der Körper meldet: Bewegung ist angesagt! Wenn Du nun auch noch in den Pausen rumstehst und abhängst, schadest Du Dir selbst. Wundere Dich daher nicht: Deine Konzentration und Leistung im Unterricht werden schlechter.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt: Kümmert Euch um eine bewegungsaktive Pausengestaltung. Macht den Lehrern Vorschläge für Spielzonen, Wettbewerbe und Geräte.

9. Mobbing: Wehrt Euch früh!

Gezielte Halbwahrheiten, Gerüchte und Lügen über andere verbreiten sind keine harmlosen Schülerstreiche. Es sind bösartige und zum Teil sogar strafbare Handlungen, die polizeilich verfolgt werden. Und welche Eltern möchten schon mit der Polizei zu tun haben, wenn es ihre Kinder betrifft? Geschätzte 500.000 Kinder pro Woche und unzählige Lehrer sind Opfer von schmierigen Mobbing-Attacken (Focus Schule). Die Methoden sind so vielfältig wie hinterhältig und feige. Gemobbt (engl. mob = Pöbel) wird sowohl hinter vorgehaltener Hand als auch per SMS und Internet. Die Opfer werden brutaler geschädigt als es die meisten Täter vielleicht ahnen oder beabsichtigen. Schüler werden erniedrigt, isoliert, fressen ihr Leid in sich hinein, können vor Kummer nicht mehr schlafen und lernen. Gemobbten Lehrern geht es nicht anders. Sie werden herabgewürdigt, beleidigt, verlieren an schulischer Autorität und leiden an gesundheitlichen Folgen.

Der Deutsche Knigge-Rat verachtet jede Form von Mobbing. Er rät betroffenen Schülern: Nicht schweigen, nicht grübeln, nicht verkriechen! Sprecht sofort darüber mit Menschen, denen Ihr vertraut: Eltern, Lehrern, anderen Erwachsenen. Das macht frei und mutig. Wer das nicht tut, macht alles nur noch schlimmer.

10. Umgangssprache: Bleibt sauber!

Wenn man manche Schüler so reden hört, denkt man häufig: Arme deutsche Sprache, jetzt geht’s zuende mit ihr! Viele verhunzen und verunzieren ihre Sprache, sie gewöhnen sich vulgäre und primitive Redewendungen an und wundern sich dann, dass man sie unsympathisch und abstoßend findet.

Der Deutsche Knigge-Rat empfiehlt: Fäkalsprache ist tabu! Beleidigende und herabsetzende Kraftausdrücke verletzen den anderen. Dadurch entstehen die meisten Streitigkeiten bis zur Gewaltanwendung. Das aggressive Nachäffen von Dialekten oder fremden Sprachen von Mitschülern ist nicht tolerierbar, weil es für den anderen eine Kränkung und Beleidigung ist.

Quelle:  www.knigge-rat.de (09-12-12)



» suchen |» weblog | zurück | inhalt | impressum
:: Diese Seite ist Bestandteil von www.lerntipp.at