UhuGrundsätzliches zum Gedächtnistraining

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Erinnern ist immer mit Emotionen verknüpft, wobei positive Emotionen die wichtigsten Verstärker beim Erinnern darstellen, allerdings haben die meisten Gedächtnisschwächen ihre Ursache weniger in Gedächtnisleistungen als in Aufmerksamkeitsdefiziten und Konzentrationsstörungen liegen. Viele Menschen nehmen z.B. bei einer Vorstellung den Namen des anderen gar nicht bewusst wahr und schon ist er aus dem Gedächtns verschwunden. Menschen müssen heute mit einer großen und ständig wechselnden Informationsflut klarkommen, wobei vor allem die Anforderungen und Ablenkungen zugenommen haben. Wenn man viele Dinde auf einmal erledigen will, wird man unkonzentriert und vergisst die gerade erhaltenen Informationen. Daher sollte man gezielt die Aufmerksamkeit fokussiert immer nur auf eine Aufgabe lenken, Prioritäten setzen und die Konzentration auch bewahren. Die richtige Merkmethode für alle Menschen gibt es nicht, sondern jeder muss für sich selbst herausfinden, welche Strategien und Eselsbrücken funktionieren. Reicht zur Erinnerung schon, ein Post-it an den Spiegel zu hängen, brauche ich den Knoten im Taschentuch, um mich an etwas zu erinnern? Da jedes Gehirn anders ist, benötigen Menschen individuell sehr unterschiedliche Mnemotechniken.

Junge Menschen können sich Details sehr gut merken und schneller von einer Situation auf eine andere umstellen, wobei mit Mitte Zwanzig diese Fähigkeit abnimmt, denn ab diesem Alter sieht man mehr das große Ganze, Besitzt einen reicheren Erfahrungsschatz und ist besser im strukturellen Denken, während Details eher vergessen oder gar nicht aufgenommen werden. Daher ist es wichtig, diese Fähigkeit zur Wahrnehmung und Verarbeitung von Details nicht zu vernachlässigen, sondern bewusst zu trainieren.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Gedächtnisleistung zu verbessern, so gibt es Seminare, Computerspiele, Ratgeberbücher oder Internetseiten wie diese. Bevor man jedoch ein gezieltes Gedächtnistraining beginnt, weil demnächst eine Prüfung, Fortbildung oder Präsentation ansteht und man aus dem Bewusstsein, immer alles so schlecht behalten zu können, ist es meist effektiver, einfach sofort mit dem Lernen anzufangen. Mit Angst vor deinem versagen oder gar einen Widerwillen vor dem Lernstoff hat man dann große Mühe, die Informationen tatsächlich aufzunehmen. Es muss einem wichtig sein, die den zu lernenden Stoff zu erinnern, wobei es hilfreich ist, sich die Ziele vor Augen zu halten, warum das Erinnern so bedeutsam es, was es dem Lernenden am Ende bringt. Damit stärkt man die Emotion und die Motivation, und das Behalten gelingt besser.

Um seine eigenen Merktechniken zu hinterfragen und bei ihnen ansetzen, ist meist viel Zeit notwendig, die in der konkreten Vorbereitungssituation gerade fehlt, und unter Zeitdruck werden beide Lernaufgaben nicht funktionieren. Dabei ist es eher nicht wirksam, unspezifisch Erinnerungsstrategien zu studieren, sondern am Anfang sollte immer eine Analyse stehen, was man verbessern will, wo die Stärken und Schwächen beim Lernen oder behalten von Informationen sind. An einer solchen Analyse erkennt man auch seriöse Gedächtnistrainer, die mit wissenschaftlichen Hintergründen Kurse anbieten.

In den letzten Jahren mit der Propagierung von Gehirnjogging und der in den Medien verbreiteten Angst vor einem nachlassenden Gedächtnis schießen die Ratgeber und Ratgeberinnen wie die Schwammerl aus dem Boden der Vortragssäle. Dabei werden die meist uralten Lerntechniken mit einem neuen Mascherl versehen und unter neuem Namen aus der Geschichte der Gedächtniskunst hervorgekramt und als die ultimative Lösung für ein gutes Gedächtnis angepriesen bzw. um mehr oder minder gutes Geld an die Frau oder den Mann gebracht. Nach Meinung von Wissenschaftlern sind die meisten Gehirn-Trainings-Programme nur bei bestimmten Aufgaben wirksam, aber der Transfer der erworbenen Fähigkeiten in den Alltag funktioniert nicht. In einer englischen Studie an über zehntausend Personen zwischen 18 und 60 Jahren absolvierten die TeilnehmerInnen vor und nach einer sechswöchigen Gehirnjogging-Phase einen Test, in dem logisches Denken, verbales Kurzzeitgedächtnis, räumliches Arbeitsgedächtnis und assoziatives Lernen getestet wurden. In einer ersten Gruppe trainierten die Probanden logisches Denken, Planen und Problemlösungsverhalten mit Hilfe populärer Gehirnjogging-Programme (drei Mal pro Woche für mindestens zehn Minuten), in einer zweiten übten die Teilnehmer in einem Videospiel Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit, das Verarbeiten räumlicher Eindrücke und mathematische Fertigkeiten, während eine dritte Gruppe als Kontrollgruppe diente und lediglich einfache Suchaufgaben im Internet gestellt bekamen. Nach sechs Wochen zeigte sich, dass die TeilnehmerInnen zwar besser in den geübten Fertigkeiten geworden waren, also in dem, das sie mehr oder weniger täglich trainiert hatten, aber die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit hatte sich nicht gesteigert. So wird etwa von manchen Programmen die Fähigkeit trainiert, sich eine lange Liste von Wörtern zu merken, was aber nicht hilft, wenn man sich daran zu erinnern versucht, wo der Autoschlüssel geblieben ist. Sinnvoll ist hingegen nach Meinung der WissenschaftlerInnen Bewegung, d.h. echtes Joggen, denn es ist gut belegt, dass regelmäßiges moderates Bewegungstraining die Durchblutung des Gehirns und die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellverbindungen fördert.

Unter Verwendung von

Weneit, Saskia (2010). Training für das Gedächtnis: So geht Ihnen ein Licht auf.
WWW: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/training-fuer-das-gedaechtnis-so-geht-ihnen-ein-licht-auf/1839038.html (10-05-18)
Stangl, W. (2010). Gehirn-Jogging.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/GEHIRN/Gehirn-Jogging.shtml (10-05-18)


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